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Chiemgauer Lehmsteinwand

Im Werk vorgefertigt, auf der Baustelle als ganzes Element versetzt: Lehmsteine, mörtelfrei in einem Holzrahmen gestapelt. So kommen Speichermasse und Feuchtepufferung in jedes Gebäude, ohne dass vor Ort gemauert wird.

  • Vorgefertigt, nicht vor Ort gemauert
  • Tragend und nichttragend einsetzbar
  • Elektrokanäle schon im Stein
  • Ohne Mörtel und Kleber gefügt

Element statt Mauerwerk

Lehmsteine werden üblicherweise vor Ort gemauert. Die Chiemgauer Lehmsteinwand entsteht im Werk und wird auf der Baustelle als Element versetzt.

MerkmalChiemgauer LehmsteinwandÜbliches Lehmsteinmauerwerk
HerstellungIm Werk, als ganzes ElementVor Ort, Stein für Stein
Auf der BaustelleElement versetzen und anschließenMauerarbeiten; die Mörtelfugen müssen trocknen
LastabtragungNimmt Vertikal- und Horizontallasten tragend aufTragend als Mauerwerk nach DIN 18940
InstallationenElektrokanäle schon im Stein; kein Schlitzen und Verschließen der WandSchlitzen und Verschließen der Wand
Havarie-EbeneNicht notwendigWasserfeste Konstruktion bis 5 cm über Fertigfußboden

Kennwerte

Zu jedem Wert steht seine Grundlage. Projektbezogene Nachweise erstellen wir auf Wunsch.

MerkmalWertGrundlage
Wanddicke175 mm, ohne BekleidungSystemangabe
Lehmstein500 × 175 × 238 mm, Lochanteil 37,6 %Systemangabe
Rohdichte, Flächenmasseca. 1.200 kg/m³, ca. 210 kg/m²Systemangabe
Wärmeleitfähigkeitλ ca. 0,59 W/(m·K)Systemangabe
Fügung der SteineOhne Mörtel oder Kleber, senkrecht übereinander gestapeltSystemangabe
HolzrahmenStänder, Rähm und Diagonalstreben 60 × 120 mm; Schwelle aus Fichte 140 × 160 mmSystemangabe
LastabtragungVertikal- und Horizontallasten, tragend und aussteifend bis Gebäudeklasse 3Projektbezogener Standsicherheitsnachweis; Statik bzw. Musterstatik stellen wir
LuftschalldämmungRw ≈ 52 dB mit beidseitig 15 mm Lehmputz; eingebaut R′w ≈ 47 bis 50 dB je nach FlankenRechenwert nach Massegesetz DIN 4109-32, kein Prüfstandswert
WärmespeicherungWirksame Wärmespeicherfähigkeit ca. 61 kJ/(m²·K) je Seite; 1 m² Wand speichert je Kelvin ca. 58 WhRechenwert nach DIN EN ISO 13786 (Periode 24 h), eigene Berechnung
Sommerlicher WärmeschutzRund 3 K niedrigere Spitzentemperatur als mit Holzständerwand und HartgipsplatteModellrechnung, siehe Seite Raumklima; kein Nachweis nach DIN 4108-2
FeuchtepufferungUngebrannte Lehmsteine nehmen ca. 300 g/m² Feuchte in 2 Tagen auf (Anstieg von 50 auf 80 % relative Luftfeuchte)Literaturwert (Minke, Universität Kassel 2011), nicht am CHH-Lehmstein gemessen
InstallationDurchgehende Elektrobohrungen Ø 45 mmSystemangabe

Aufbau

Die Steine sind senkrecht übereinander gestapelt, nicht im Verband. Das Tragwerk bilden Schwelle, Rähm und Diagonalstreben; auch Giebelwände sind möglich.

Isometrische Schemazeichnung der Chiemgauer Lehmsteinwand
Schemazeichnung; Rähm und ein Lehmstein zur Verdeutlichung angehoben
  • Lehmsteine 500 × 175 × 238 mm, mörtelfrei gestapelt, Stoßfugen durchgehend; Lochbild zur Gewichtsreduktion und Leitungsführung
  • Ständer 60 × 120 mm in jeder Stoßfuge, von den stirnseitigen Steinnuten umschlossen
  • Rähm 60 × 120 mm, in die oberste Steinlage eingefräst, oberseitig bündig
  • Diagonalstreben 60 × 120 mm über zwei Steinfelder
  • Schwelle aus Fichte, 140 × 160 mm
  • Oberflächen verputzt oder zum Beispiel mit einer Holzschalung bekleidet
Detail: Rähm 60 × 120 mm in der Nut der obersten Steinlage
Detail Rähm
CHH-Lehmstein 500 × 175 × 238 mm mit Lochbild und Elektrobohrungen
Lehmstein: Geometrie und Lochbild

Einsatzbereiche und Grenzen

Geeignet für

  • Jede Innenwand: nichttragend in jedem Gebäude
  • Tragende und aussteifende Wände mit projektbezogenem Standsicherheitsnachweis bis Gebäudeklasse 3; Statik bzw. Musterstatik stellen wir
  • Giebelwände
  • Räume, in denen Speichermasse und Feuchtepufferung gewünscht sind

Zu beachten

  • Als einschalige Wohnungstrennwand reicht sie nicht (DIN 4109-1: R′w ≥ 53 dB); dafür ist eine Vorsatzschale nötig.
  • Die Flanken bestimmen oft das Ergebnis; der Schallschutz wird projektbezogen nachgewiesen.
  • Die Oberflächen können verputzt oder zum Beispiel mit einer Holzschalung bekleidet werden. Der Schallschutzwert oben gilt für die beidseitig verputzte Wand.

Lieferform und Leistungsumfang

  • Vorgefertigte Wandelemente mit Holzrahmen, montagefertig
  • Lieferung mit Montageeinweisung
  • Statik bzw. Musterstatik auf Wunsch
  • Preise und Lieferzeiten projektbezogen auf Anfrage

Häufige Fragen

Was unterscheidet die Chiemgauer Lehmsteinwand von Lehmsteinmauerwerk?

Sie wird im Werk als ganzes Element gefertigt: Lehmsteine, mörtelfrei und senkrecht gestapelt, in einem Holzrahmen. Auf der Baustelle wird das Element versetzt und angeschlossen; gemauert wird nicht.

Kann die Lehmsteinwand tragend eingesetzt werden?

Ja. Sie nimmt Vertikal- und Horizontallasten auf und kann tragend und aussteifend bis Gebäudeklasse 3 eingesetzt werden, mit projektbezogenem Standsicherheitsnachweis. Statik bzw. Musterstatik stellen wir.

Wie werden Elektroleitungen verlegt?

Durch die durchgehenden Elektrobohrungen mit 45 mm Durchmesser im Stein. Schlitzen und Verschließen der Wand ist nicht nötig.

Muss die Lehmsteinwand verputzt werden?

Nein. Die Oberflächen können verputzt oder zum Beispiel mit einer Holzschalung bekleidet werden. Der angegebene Schallschutzwert gilt für die beidseitig verputzte Wand.

Wie gut ist der Schallschutz?

Rechnerisch Rw ≈ 52 dB mit beidseitig 15 mm Lehmputz, eingebaut je nach Flanken etwa 47 bis 50 dB. Als einschalige Wohnungstrennwand reicht das nicht; dafür ist eine Vorsatzschale nötig.

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Schicken Sie uns Grundriss und Wandlängen. Wir prüfen Machbarkeit und Statik und stellen auf Wunsch Statik bzw. Musterstatik.

Vertrieb Chiemgauer Naturelemente

Telefon +49 861 166192-0

verkauf@chiemgauer-naturelemente.de

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